Presseberichte

PNP vom Donnerstag, 22. Juni 2001
Bund Naturschutz Ortenburg gegen geplantes Off-Road Schulungsgelände
Das von der A. Hartl Holding AG aus Bad Griesbach und dem Kieswerkbesitzer Ulrich Alex geplante Off-Road-Schulungsgelände in der Kiesgrube Rauscheröd wird von der BN-Ortsgruppe Ortenburg mehrheitlich, mit nur einer Enthaltung, abgelehnt.

"Schon mehrfach haben wir uns mit diesem Projekt auseinandergesetzt und können diesem Vorhaben nichts Positives abgewinnen. Diese Anlage wird weder der Gemeinde, geschweige denn den Bewohnern Ortenburgs von Nutzen sein", sagte Dieter Schmalzl, Sprecher der Ortsgruppe.

Dies wurde auch schon in einer Stellungnahme dem Markt Ortenburg mitgeteilt.

Die Ortsgruppe distanziert sich auch von der vorgeschlagenen Einrichtung eines Biotops in der Kiesgrube, solange diese Planungen laufen. Weiter führte Dieter Schmalzl aus: "Die Lebensqualität der Bevölkerung ist durch den Kiesabbau ohnehin schon enorm durch Lärm und Staub beeinträchtigt. Käme nun dieses Schulungsgelände, muss auch am Wochenende mit einem wesentlich höheren Verkehrsaufkommen gerechnet werden.

Die Trainingsgäste und deren Mitreisende werden zwischen den einzelnen Schulungen in der Kiesgrube und dem Hotel in Bad Griesbach hin und her pendeln, denn Ortenburg sei für einen Aufenthalt nicht vorgesehen. Dies würde nicht nur die unmittelbaren Anwohner betreffen, sondern auch Erholungssuchende und Touristen.

Off-Road passt nicht zu Schloss, Wandergebiet, Mostgegend, Wildpark, Vogelpark und idyllischem Fernsehdrehort".

Die Ortsgruppe sieht auch keinen nachvollziehbaren Grund, ausgerechnet in Ortenburg eine solche Anlage entstehen zu lassen, nur um die Übernachtungszahlen in Bad Griesbach zu erhöhen. Wird so eine Anlage gewünscht, sollte diese vor Ort in Bad Griesbach gebaut werden, zumal nach Angaben der Planer mit keinerlei Belästigungen gerechnet werden muss. Im Anbetracht der Zerstörung der Landschaft durch den Kiesabbau über viele Jahre ist eine Wiederherstellung zwingend erforderlich und die Flächen sollten nach dieser Ausbeutung keinem weiteren kommerziellen Zwecken dienen, fordert der Bund Naturschutz Ortenburg.

Angst habe man auch davor, dass sich im Laufe der Zeit die Anlage vergrößert, auch wenn das in der Anfangsphase bestritten wird oder ein Betreiberwechsel und die damit eventuell verbundene Nutzung aufgehoben werden könnte.
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PNP vom Donnerstag, 21. Juni 2001
Geplante Off-Road-Strecke beunruhigt Anwohner
GELÄNDEWAGENKURS / Übungsstrecke soll in Kiesgrube Rauscheröd -
Griesbacher Hartl-Holding will Freizeitspaß für ihre Gäste
Von Gerda Grimbs
Ortenburg.
Bei einem von Bürgermeister Reinhold Hoenicka initiierten Erörterungstermin betroffener Anlieger und Vertreter des Bundes Naturschutz Ortenburg ging es um das Vorhaben einer Geländewagen- Übungsstrecke in der Kiesgrube Rauscheröd. In dem Gespräch mit Behörden und Betreibern wurde deutlich: Die Anwohner lehnen das Vorhaben rundherum ab. Landschaftsarchitektin Inge Haberl, Timm Ackermann als Vertreter des Betreibers, der Hartl Holding AG aus Bad Griesbach, sowie Kieswerkbesitzer Ulrich Alex diskutierten mit den Ortenburgern ausführlich über die geplante Off-Road Anlage in der Kiesgrube. "Wir haben ab Oktober ein sogenanntes Gästeloch und versuchen das zu ändern, ohne groß wehzutun. Die Off- Road Anlage soll unseren Gästen die Möglichkeit bieten, Geländefahrzeuge zu testen - und wir als 5- Sterne-Hotel wollen dazu eine 5-Sterne-Anlage bieten", sagte Timm Ackermann zu Beginn der Veranstaltung. Ist-Stand sei im Moment, dass eine solche Anlage problemlos und geräuschlos betrieben werden könne, führte er weiter aus. Die Off-Road-Strecke sei offen für jedermann, wenn die Voraussetzungen und Auflagen erfüllt werden. So wäre die Benutzung der Anlage nur mit einem Instruktor möglich. Zirka sechzig Prozent der Auslastung werde durch die Industrie erfolgen. Als Betreiber sei unter anderem auch der ADAC im Gespräch, so Ackermann weiter. Inge Haberl stellte anschließend die Pläne im Detail vor. Neben den Schulungsstrecken mit den unterschiedlichsten Anforderungen, einem Aufenthaltsgebäude, einer Waschanlage für die Fahrzeuge
und potentiellen Erweiterungsflächen seien selbstverständlich auch Flächen zur Rekultivierung vorgesehen. Diplom-Ingenieurin Christiane Kotz von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Passau meinte zu den vorgelegten Plänen: "Da der Naturschutz frühzeitig eingebunden wurde, der neue Rekultivierungsplan weniger strukturiert ist als der alte und alle Vorgaben umgesetzt wurden, wird die Stellungnahme des Landratsamtes positiv ausfallen." Franz Liegl, Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung Ortenburg, wies auf die zu beschließende Änderung des Bebauungsplans hin und auf die Entscheidung des Marktgemeinderates zur baurechtlichen Genehmigung der Anlage. Der jetzige Bebauungsplan sieht eine Auffüllung mit anschließender teillandwirtschaftlicher Nutzung und sogenannten Sukzessivflächen vor. Da die Berechnungen des Landratsamtes zur Lärmbelästigung geringer als erwartet ausgefallen sind und die Rekultivierung wie angegeben durchgeführt wird, wäre die Genehmigungsfähigkeit durch den Ortenburger Marktrat gegeben, meinte Liegl. Dieter Schmalzl, offizieller Vertreter des Bund Naturschutz Ortenburg in dieser Angelegenheit, sprach sich in der anschließenden Diskussion konsequent gegen den Bau einer Off-Road Strecke aus. Ursprünglich sei die Anlage eines Biotops in der Kiesgrube geplant gewesen und hierbei hätte die Ortsgruppe gerne und engagiert mitgeholfen. "Nicht nur, dass die Umwelt zusätzlich belastet wird, sondern es wird auch die Lebensqualität der Anwohner gerade durch den Wochenendbetrieb enorm gemindert; das lässt uns zu keiner anderen Entscheidung kommen." Dem konnte sich Manfred Fischl, dessen Haus keine zweihundert Meter von der Kiesgrube entfernt ist, nur anschließen: "Alle Beteiligten verdienen daran, nur wir haben die Anlage dann vor der Haustür. Und was ist, wenn in ein paar Jahren die Betreiber wechseln oder eine Nutzungsänderung beantragt wird?" Es könne keiner eine Garantie geben, auch was die Lärmbelästigung betreffe. Es seien nur Mittelwerte berechnet worden, die aber in der Praxis unter Umständen nicht eingehalten werden. Auch Anna Lex, Markträtin und örtlich Betroffene, sagte offen, was viele dachten: "Es ist erstaunlich, dass sich alle Verantwortlichen schon so weit handelseinig sind. Ich denke, der Grund für Ortenburg zur Standortwahl der Off-Road Anlage ist einzig, dass die Betten in Griesbach gefüllt, dort aber Dreck und Gestank draußen bleiben." Erich Schobesberger, Besitzer des angrenzenden Vogelparks, schließlich wollte wissen, ob die Bau- und Rekultivierungsmaßnahmen in einem Zug erfolgen und, sollte das Projekt nicht wie geplant der große Erfolg werden, das Gelände eventuell auch für Sportveranstaltungen oder als wildes Übungsgelände benutzt werden kann. "Wird die Nutzung entgegen der Erlaubnis geändert, erlischt diese und muss neu beantragt und genehmigt werden", gab Franz Liegl zur Antwort. Zum Abschluss der sehr regen Diskussion stellte Kieswerkbesitzer Ulrich Alex noch einmal seine Absicht klar dar: "Wir wollen ein Schulungsgelände für Allrad- Fahrzeuge mit qualifizierten Betreibern und kein wildes Übungsgelände in der Kiesgrube entstehen lassen." Demnächst steht das Thema auf der Tagesordnung des Marktrates.zurück

PNP vom Dienstag, 30. Januar 2001
Namhafte Autofirmen interessiert Allradzentrum: Hartl erschließt neue Wege für den Tourismus
Kooperation mit Unternehmer in Ortenburg

Bad Griesbach(br).
Nicht nur auf gepflegten Golfplätzen, von denen derzeit zwei weitere an der Rott bei Penning entstehen, sondern auch in unwegsamem Gelände erschließt Alois Hartl neue Tourismus-Pfade. Er will ein Allrad-Fahrtrainingszentrum vermarkten, das ein Kiesgruben-Betreiber bei Ortenburg plant. Nach Besichtigung einer vergleichbaren Anlage bei Ingolstadt durch den Ortenburger Marktrat und nach Lärmmessungen sind laut Aussage Hartls die anfänglichen Bedenken der Fachbehörden gegen das Projekt von Ulrich Alex in einer be- stehenden Kiesgrube in Schallnöd- Rauscheröd ausgeräumt. Nun hofft der Bad Griesbacher Thermalquellen-Besitzer, Hotelier und Golfunternehmer noch auf grünes Licht aus dem Rathaus von Ortenburg.
Auf dem Gelände von Ulrich Alex sollen künftig Off- Road-Fahrtrainings, Schulungen und Präsentationen neuer Allrad-Modelle abgehalten werden - alles in enger Zusammenarbeit mit Sicherheitsverbänden, dem Deutschen Allradverband und den Fahrzeugherstellern. "Die Industrie ist stark daran interessiert, weil es eine Anlage mit einem solchen Umfeld in Deutschland bisher noch nicht gibt", bekundet Alois Hartl, der hier seine sehr guten Beziehungen spielen lässt. So hat er über Golf-Spezl Franz Beckenbauer beispielsweise bereits bei FC Bayern-Sponsor Opel vorfühlen lassen. Beste Kontakte bestehen auch zu anderen Produzenten, wobei Hartl unter anderem Marken wie Audi, Jaguar und Land Rover nennt. "Wir sehen dieses Projekt als flankierende Maßnahme zu unserem Kerngeschäft und zum Angebot in unseren Hotels", ergänzt Hartl-Sprecher Dr. Josef Sonnleitner. Partner Ulrich Alex biete dafür excellente Voraussetzungen. Das Allradzentrum sei aber nicht nur eine Chance für die Hartl-Häuser, sondern werde auch in der Region Ortenburg positive Auswirkungen haben, ist Dr. Sonnleitner überzeugt.zurück

PNP vom Samstag, 16. Dezember 2000
Ortenburger informierten sich Ein Off-Road-Gelände in Augenschein genommen

Ortenburg (sil).

Auf Einladung des Deutschen Allradverbandes e. V. fuhr eine Abordnung, bestehend aus Gemeinderäten und Anliegern des geplanten Off-Road- Geländes in Schallnöd-Rauscheröd unter Leitung von Bürgermeister Reinhold Hoenicka nach Zuchering bei Ingolstadt, um dort einen Eindruck und Informationen über den Betrieb einer solchen Einrichtung zu erhalten. Eingeladen war auch Richard Ammer vom Landratsamt Passau, Abteilung Technischer Umweltschutz. Nach der Begrüßung durch den Manager der Hartl Holding AG in Bad Griesbach, Timm Ackermann, die an den Planungen maßgeblich beteiligt ist und des Vorsitzenden des
Deutschen Allradverbandes e.V., Kurt Sigl, wurde Entstehung, Inhalt und Nutzen der Off-Road-Schulung durch geschulte Instruktoren erläutert. Neben den Freizeit-Allradfahrern gibt es viele Berufsgruppen, wie Rettungs- und Polizeieinheiten, Förster, Feuerwehr und andere Interessenten, die teils über ihre Berufsgenossenschaften eine entsprechende Allrad-Fahrschulung nachweisen sollen. Dabei wird zunächst eine Menge Theorie über die Gefahreneinweisung, der Geländebeherrschung, der technischen Grundlagen und nicht zuletzt den umweltgerechten Einsatz der Fahrzeuge vermittelt. Anschließend ging es ins Gelände, wobei mit den Instruktoren zunächst eine Einweisungsfahrt und dann eine eigene Fahrt durch den Rundparcour gewagt wurde. Diese wird mit mehreren Allradfahrzeugen in vielen Proberunden durchgeführt, wobei festgestellt wurde, dass die serienmäßig ausgerüsteten Fahrzeuge nicht so laut wie der normale Straßenverkehr sind. Unerlässlich ist, dass ein solches Gelände vor der Benutzung durch unbefugte Gäste, insbesondere auch fremden Motorradfahrern, abgegrenzt sein muss, da eine geordnete Schulung nur in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Allradverbandes e.V. und der Unterstützung der DEKRA gewährleistet ist. Da durch die Baulichkeiten, wie Schulungsraum, Toiletten, Waschplatz mit Ölabscheider im Ortenburger Kieswerk Rauscheröd alle umweltgerechten Verhältnisse gegeben sind, ist im Gelände selbst keine Einrichtung zusätzlich nötig, wie diese in dem besuchten Testgelände vermisst wurde.zurück

PNP vom Samstag, 28. Oktober 2000
Organisierte Ausflüge für Allradler Legal auf Abwegen unterwegs
 
Von Thomas Geiger
Die natürlichen Feinde des Geländewagenfahrers sind Oberförster und ein schlechtes Gewissen. Denn sie verhindern in aller Regel, dass die Fähigkeiten des Fahrzeugs tatsächlich einmal abseits befestigter Wege ausprobiert werden. Zwar sind die meisten Allrad-Fahrer im Alltag völlig zufrieden, wenn sie wissen, dass sie könnten, wenn sie nur wollten - doch mindestens einmal möchte mancher doch wirklich erleben, was der Wagen leisten kann. Um sich dafür nicht illegal auf Abwege begeben zu müssen, gibt es Motorsportclubs, die ihre abgesperrten Gelände nach einer Umfrage der in Köln erscheinenden "Auto-Zeitung" auch Nicht-Mitgliedern öffnen. Dort sind pro Tag und Auto in der Regel 20 bis 40 DM zu zahlen, dafür kann dann beliebig lange durchs Gelände gepflügt werden. Die wirklich große Freiheit auf vier Rädern lässt sich auch beim Autohersteller direkt buchen, wo unter fachkundiger Führung zu wahren Offroad-Expeditionen geladen wird. Fast alle Geländewagen-Anbieter haben Reisen oder Lagerfeuer-Events als Instrument der Kundenbindung entdeckt. Am weitesten geht dabei vermutlich Mercedes-Benz in Stuttgart: Die Schwaben bieten den Fahrern von Modellen der M- und G-Klasse zusammen mit dem G-Club nicht nur mehrmals im Jahr ein spezielles Sicherheitstraining und eine Allrad- Fahrschule auf dem Unimog-Testgelände an, sondern
haben auch große Ausfahrten über Stock und Stein im Programm. Laut Produktmanager Stefan Schulze rollt alle paar Monate ein Tross M- oder G-Klassen zum Allrad- Wochenende nach Frankreich, mitunter geht es in die libysche Wüste, und einmal pro Jahr gibt es eine große Fernreise - diesmal in die Mongolei. Die Kosten für die Kurse und Programme, an denen pro Jahr im Schnitt 300 bis 500 Kunden teilnehmen, schwanken laut Schulze zwischen 200 DM für das Sicherheitstraining und bis zu 30 000 DM für die großen Expeditionen. Auch der Konkurrent BMW in München hat solche Programme für den neuen Geländewagen X5 aufgelegt. Zusammen mit erfahrenen Rallyepiloten fliegen die Bayern ihre Kunden mehrmals im Jahr nach Marokko. Dritter im Bunde der deutschen Anbieter ist Opel in Rüsselsheim, wo allen Allrad-Kunden ein kostenloses Sicherheitstraining auf ihren eigenen Fahrzeugen spendiert wird. Laut Opel-Sprecher Manfred Daun geht es bei diesen Tagesveranstaltungen allerdings nicht nur um Bremsen und Ausweichen in Gefahrensituationen, sondern auch um die Fähigkeiten abseits befestigter Straßen. Eine feste Größe im Reiseprogramm der Allradfahrer ist die "Land Rover Experience" in Solihull bei Birmingham. Auf dieser Teststrecke direkt im Werk veranstaltet der Hersteller das ganze Jahr über verschiedene Kurse und Erlebnisprogramme, die ein bis drei Tage dauern und zwischen 400 und 1200 DM kosten. Auch Mitsubishi in Trebur bietet unter dem Stichwort "Runter von der Straße - Rein ins Vergnügen" seit 13 Jahren Reisen und Kurse mit dem Pajero an. So veranstaltete der vom Importeur initiierte Club "RalliArt" nach Angaben von Sprecherin Jutta Neumann in diesem Jahr fünf Sicherheitstrainings mit insgesamt 120 Teilnehmern, drei Auslandsreisen nach Frankreich, Marokko und Oman, vier so genannte Ralliart Trophys mit sportlichen Wettbewerben und ein großes Allradtreffen, zu dem rund 140 Fahrzeuge angereist sind. Die Preise für diese Veranstaltungen bewegen sich zwischen 150 und 6000 DM. Ebenfalls mit großem Programm kümmert sich Nissan in Neuss um Allrad-Kunden. Für die "Amateure" gibt es laut Nissan eine kostenlose "Off-Road-Erlebnis-Tour" durch die gesamte Republik. Auf verschiedenen Übungsplätzen können Kunden und andere Allradfans einen Tag im Gelände erleben, an Wettbewerben teilnehmen und Lagerfeuer-Romantik genießen. Diese Veranstaltungen haben in den vergangenen zwei Jahren rund 70 000 Gäste besucht. Für die Profis unter den Geländegängern gibt es mehrere Erlebnisreisen, die unter dem Motto "Raus aus dem Alltag - Rein ins Abenteuer" in die Pyrenäen, nach Tschechien auf den "Rübezahl-Trial" oder quer durch die Alpen führen. Dort rechnet man insgesamt mit etwa 80 Teilnehmern pro Jahr.zurück

PNP vom Dienstag, 24. Oktober 2000
Politischer Frühschoppen der SPD-Marktratsfraktion in Galla Anwohner:
Off-Road in der Kiesgrube bringt für Ortenburg nur Krach und Dreck
Von Karl-Heinz Boy
Ortenburg.

Die vom Marktrat diskutierte Einrichtung einer Off-Road-Strecke in einer Kiesgrube macht den Anwohner des Ortsteils Galla bereits jetzt Sorgen. Sie fürchten den damit verbundenen Lärm, sehen die Rekultivierung der Kiesabbaufläche gefährdet und können bis jetzt nicht den Sinn einer solchen Einrichtung erkennen. Beim politischen Frühschoppen, zu dem die SPD-Fraktion eingeladen hatte und bei dem die Markträte Kurt Friedenberger, MdL Gudrun Peters, Annemarie Künzl und Alfons Niederhofer Rede und Antwort standen, sprachen die rund zwei Dutzend Teilnehmer in erster Linie Belange der Umwelt, wie Kiesabbau, Atomkraftwerk Temelin und die im Marktrat andiskutierte Off-Road- Strecke sowie die Kontrolle der Renaturierungsauflagen beim Kiesabbau an. Weiterhin wurde bemängelt, dass sich die Verwaltung der Marktgemeinde zu viel Zeit bei der Behandlung von Anträgen bzw. Anfragen lasse. So sei in Fragen zu Feuerlöschteichen und zur Verbesserung der Löschwassersituation seit Monaten keine Reaktion der Verwaltung erfolgt. Hier und auch bezüglich der von den Anwohnern beklagten mangelhaften Kontrolle bei Renaturierungsauflagen will die SPD-Fraktion, so das Versprechen von Marktrat Kurt Friedenberger, umgehend bei Bürgermeister Reinhold Hoenicka vorstellig werden. Dazu sei es aber notwendig, dass die Bürger aus Galla die Missstände bei Renaturierungsmaßnahmen konkret benennen. Die von der Hartl-Holding (Bad Griesbach) gewünschte Off-Road-Strecke in einer Kiesgrube nahe dem Vogelpark Irgenöd stößt bei den Bürgern von Galla auf gemischte Gefühle.
 Hier sollen Gäste aus dem Bäderdreieck die Gelegenheit haben, mit ihren Geländewagen schwierige Passagen zu bewältigen, ihre Fahrzeuge und sich selber sozusagen "über Stock und Stein auf Haltbarkeit und Geschick zu testen". Auf der einen Seite sehe man, so Marktrat Alfons Niederhofer, der die Projekte vorstellte, eine weitere Attraktion, die sicher auch Gäste für die heimische Gastronomie bringen könnte. Auf der anderen Seite stehe die zusätzliche Belastung der Landschaft, die dazu führen könnte, dass notwendige Renaturierungsmaßnahmen in Kiesabbaugebieten aufgeschoben, wenn nicht ganz aufgehoben werden. "Kein Kiesgrubenbesitzer wird erst teure Anpflanzungen machen, wenn sie wenig später von Allradfahrzeugen wieder umgepflügt werden", warnte MdL Gudrun Peters. Es bleibe auch noch abzuklären, wie sich Vogelpark und Off-Road-Strecke in enger Nachbarschaft vertragen. Hans Hupfloher, Tankstellenbesitzer in Galla, sieht das Problem weniger in der Lärmbelästigung durch die Geländefahrzeuge, sondern eher darin, "dass sich dann bald Moto-Cross-Fahrer in das Gelände einschleichen und dass es dann mit der Ruhe vorbei ist". Hupfloher "Die Jeepfahrer werden wohl in erster Linie Geschicklichkeitsturniere abhalten. Das geht nur langsam und macht auch relativ wenig Krach. Wenn aber die Motorräder hier in der Gegend herum sausen, dann ist es aus mit der Ruhe." Nach seiner Ansicht solle die Marktgemeinde unbedingt ein Nachtfahrverbot in dem entsprechenden Gelände aussprechen und auch darauf achten, dass die Belange der Anlieger und die der Besucher des Vogelparks berücksichtigt werden. Es gehe nicht an, dass Bad Griesbach von der ganzen Angelegenheit nur gut zahlende Gäste bei Übernachtungen und im übrigen Ruhe habe, Ortenburg dafür aber nur den Krach und den Dreck. Der Transport von Kies und Sand macht den Bewohnern von Holzkirchen und Galla weiterhin große Probleme. So wird der angestrebte Bau einer Verladestation in der Donau bei Sandbach mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet. Die Bürger befürchten, dass dann auch die Straße nach Sandbach weiter ausgebaut wird, was eine noch höhere Belastung durch schwere Lastzüge zur Folge hätte. Alles deute darauf hin, so SPD-Ortsvorsitzender Kurt Friedenberger, dass künftig "Kies und Sand noch gnadenloser als bisher abgebaut werden und dass Flächen zerstört werden, von denen heute noch niemand spricht". Insbesondere der Export von Kies nach Österreich sei schwer verständlich und nicht nachvollziehbar, weil jenseits der Grenze genauso viel Kies in der Erde ruhe. Dies geschehe nur, weil die Umweltauflagen im Nachbarland ungleich höher seien und auch stärker kontrolliert würden. "Unsere Kinder werden später den Kies aus Österreich kaufen müssen, aber zum mehrfachen Preis, weil wir jetzt den Raubbau vor unsere Haustür zulassen", hieß es. zurück

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